Weniger ist mehr: Ein Projekt zur pädagogischen Arbeit mit begrenztem Material

An beiden Projekttagen nahmen 24-30 Kinder teil. Als Unterstützung standen mir drei Freiwillige zur Verfügung. Die Kinder entwickelten in beiden Projekten kreative Ideen (z.B. Prägungen von Papier durch die Untergründe) und interagierten überwiegend harmonisch miteinander. Streitigkeiten wurden eigenständig geklärt. Auch wenn es zum Teil ziemlich lang dauerte, bis sich alle Kinder im Kreis versammelt hatten und zuhörten, wurde sich nach Erinnerung durch laute Rufe an Zeitangaben gehalten und zugehört.

Besonderes Interesse zeigten die Kinder an der Präsentation ihrer Werke. Ich hatte den Eindruck, dass ihnen vermehrt die Bestätigung durch die Freiwilligen wichtig war. Diese Beobachtung mache ich an Äußerungen wie „Hast du das gesehen?“, „Nein, hierher gucken“ oder „Findest du das gut?“ fest. Beide Angebote wurde von den Kindern gut angenommen. So äußerten sie nach der Durchführung beider Projekttage Interesse an weiteren Angeboten.

Im Verlaufe des Projektes konnte ich mein professionelles Handeln in der pädagogischen Arbeit weiter ausbauen und habe Angebote geschaffen an denen Kinder verschiedenen Alters etwas lernen können. Durch die Arbeit am Projekt habe ich meine Planungs-kompetenz verbessert. Jedoch stieß ich auch auf Herausforderungen. Zwar brachte mir das Engagement enormen Spaß und Freude, jedoch war es schwierig dies im Projekt-charakter des Seminars zu „verpacken“. Herausforderungen bestanden außerdem in der Gruppengröße und ihrer Heterogenität.

Mir persönlich haben das Projekt und die Planung Spaß gebracht und meinen Horizont erweitert. Im Zuge meines Engagements habe ich mich mit der Viktimisierung und Marginalisierung von Menschen mit Fluchterfahrung auseinandergesetzt; also mit Diskursen, die mir vorher nicht bekannt waren. Meine Erfahrungen bestätigen meinen Verdacht, dass es innerhalb dieser Form von Angeboten eindeutig an professionellem Handeln fehlt. Ich persönlich werde mein Engagement mit dem Wissen, dass sich dieser Bereich vorerst nicht stark professionalisieren wird weiterverfolgen. Ich kann lediglich vor Ort für mehr Profession sorgen, jedoch wird diese voraussichtlich unentgeltlich bleiben. Eine parallele Thematisierung über einen Blog oder ein politisches Engagement ist denkbar, um die Sachverhalte zu problematisieren und zu Veränderung beizutragen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.