Engagement bei “Anstoß e.V.” während Corona

Beitrag von Lisa

Innerhalb des zivilen Engagements bei der Lebensmittelausgabe des „Anstoß e.V.“ hat sich ein Dilemma ergeben, welches in meiner Erfahrung als Ehrenamtliche häufig besteht. In der ehrenamtlichen Arbeit – zumindest trifft dies auf Anstoß e.V. zu – sind vorwiegend Rentner*innen bzw. eine ältere Personengruppe tätig. Häufig ist das Ehrenamt mit schwerer körperlicher Arbeit verbunden, bei dieser die Unterstützung von jungen Ehrenamtlichen gerne gesehen ist. Da in Zeiten von Corona die Älteren zur Risikogruppe gehören, sollen sie nur in Notfällen tätig werden. Entsprechend wurde ich als wesentlicher Bestandteil des Ehrenamts eingeplant, um es Anderen zu ermöglichen Zuhause bleiben zu können.

Leider lassen das Studium und mein Nebenberuf es nicht zu einmal wöchentlich zu „normalen“ Arbeitszeiten ein Ehrenamt zu leisten. Daraus ergab sich das Dilemma, dass der Verein nun doch die Risikogruppe fest einplanen musste und mich nur als Springerin einsetzte. Gerne hätte ich mehr getan als meine Zeit es zulässt. Auch mit meinem Gewissen hatte ich zu kämpfen, weil ich wusste, dass jedes Mal wenn ich nicht da war eine Person der Risikogruppe einer gewissen – wenn auch geringen – Infektionsgefahr ausgesetzt war. Beruhigt hat mich dabei, dass gerade diese Personengruppe „mit den Füßen gescharrt hat“ wieder arbeiten zu dürfen. Die Corona-Pandemie hat insgesamt eine Problematik noch stärker aufgezeigt, welche bereits existierte. Gerade junge Menschen werden in ehrenamtlichen Tätigkeiten dringend gebraucht.

Lebensmittelausgabe bei Anstoß e.V.

Beitrag von Lisa

Anfang Juni 2020 durfte unter Hygieneauflagen der Verein Anstoß e.V. wieder mit seiner Arbeit starten. Er verfolgt das Ziel „Menschen aus der Nachbarschaft einen Treffpunkt zu bieten“. Dabei soll Bedürftigen in schwierigen Lebenslagen Hilfe geboten werden. Meine ehrenamtliche Tätigkeit hat sich auf die Ausgabe von Lebensmitteln beschränkt.

Die Lebensmittelausgabe musste aufgrund der Hygieneauflagen anders stattfinden als normalerweise. Anstatt Lebensmittel einzeln zu verteilen mussten Tüten gepackt werden, welche im Freien ausgegeben wurden. Diese wurden von der Tafel dankenswerterweise bereits vorbereitet und durch uns nur ergänzt. Dabei konnte nicht viel Rücksicht auf individuelle Wünsche genommen werden. Allerdings wurde viel Wert darauf gelegt Bedürftigen muslimischen Glaubens keine Schweineerzeugnisse oder Alkohol auszuhändigen.

Beim ersten Termin haben nur wenige Menschen das Angebot in Anspruch genommen, weshalb ein Großteil der Arbeit daraus bestand, die Empfänger:innen telefonisch oder persönlich zu kontaktieren. Nach dem ersten Termin sind zunehmend mehr Personen erschienen. Aufgrund der Auflagen war der Kontakt jedoch deutlich unpersönlicher als gewohnt. Zudem gab es keine Gelegenheit ein Gefühl dafür zu bekommen wie die Corona-Zeit erlebt wurde und wie es den Empfänger:innen ohne Hilfe ergangen ist. Das war sehr schade. Dennoch haben sich viele gefreut in gewohnte Routinen zurückzukehren, bekannte Gesichter wiederzusehen und Unterstützung zu bekommen.

Vom Engagement bei “Arbeiterkind” zum Kinderpodcast “Junto”

Beitrag von Anna Menzel

Seit meinen anfänglichen Plänen für mein Engagement hat sich einiges geändert. Zunächst wollte ich mich bei Arbeiterkind.de engagieren. Arbeiterkind ist eine Organisation, bei der Engagierte mithilfe von Informationsaustausch aktiv etwas gegen die Bildungs-und Chancenungleichheit tun. Durch die Pandemie fielen jedoch die Schul- und Messebesuche sowie teilweise auch Stammtische weg. Die Arbeit war auf die Online-Plattfrom begrenzt. Auf dieser beantworten die ehrenamtlichen Helfer:innen Fragen zu verschiedenen Themen wie z.B. Bafög, Stipendien etc. Leider habe ich nach einiger Zeit gemerkt, dass die Zahl der Helfer:innen nicht in einem ausgewogenen Verhältnis zu der Menge der Fragen steht. Dadurch hatte ich das Gefühl, nicht wirklich an einem Projekt teilzuhaben und habe mich entschlossen etwas anderes zu machen. Jedoch bin ich weiterhin auf der Plattform angemeldet und unterstütze dort bei Bedarf. Innerhalb des Seminarkontextes habe ich mich dann dazu entschlossen ein eigenes Projekt zu starten. Neben verschiedenen Inspirationen gab mir eine Situation innerhalb meines Nebenjobs den Anstoß dazu.

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Engagement bei der Antikältehilfe

Beitrag von Ben

Die Antikältehilfe hat in der coronabedingt ausgebremsten Zeit in den vergangenen Wochen hauptsächlich im Hintergrund gearbeitet und bei verschiedenen Treffen öffentlichkeitswirksame Maßnahmen überlegt, um auch in den warmen Monaten mehr wahrgenommen zu werden. So sind nicht nur die Verteilungen im Winter in der Planung und im Gespräch, sondern auch die Verteilung von Wasser und erfrischenden Lebensmitteln mit unserem frisch aus der Werkstatt eingetroffenen Lastenrad.

Zudem schauen wir, ob wir eine Vortragsreihe realisieren können, die sich u.a. um die Themen “Ursachen von Obdachlosigkeit”, “sinnvolle Unterstützung von Obdachlosen durch Private” und “Aufklärung über die gängigen Vorurteile über Obdachlose” (z.B. dass in Deutschland ja niemand auf der Straße leben müsse, die*der nicht will) drehen sollen.

Außerdem nehmen wir als Verein bei der Planung und Teilnahme von Veranstaltungen wie dem DOCK2020 eine Rolle ein und sind in engem Austausch mit der Karin und Walter Blüchert Gedächtnisstifung (KWB). Die Stiftung ist eine tolle und wichtige Partnerin bei der Organisation und Finanzierung von Projekten, die obdachlosen Menschen zu Gute kommen.

Praktisch sind wir derzeit immer wieder mal mit Wasserflaschen bestückt unterwegs und verteilen, was die Rucksäcke hergeben. Auch da tauschen wir uns mit anderen Organisationen (u.a. Hanseatic Help) aus, da dort viele Paletten Wasser lagern, die unter die Leute gebracht werden können.

Wie immer gilt: Wenn ihr Interesse habt, mitzumachen, dann meldet euch gern per Mail an vorstand@antikaeltehilfe.de, via Facebook oder schreibt Cornelia, die lässt euch gern meine Nummer zukommen.

„Als Spieleentwickler muss man aber gut in Mathe sein!“

Motivationsstrategien im DigiTandem

Beitrag von Laszlo

Ich habe im Zuge des Seminars an dem DigiTandem Programm von KinderHelden teilgenommen und bin seither ein sogenannter Mentor für einen 8-jährigen Jungen, der auf Grund der Corona-Pandemie in den letzten Monaten wenig bis gar nicht zur Schule gehen konnte. Das digitale Mentoring-Programm soll die Kinder beim Lernen unterstützen und gleichzeitig die Eltern entlasten.

Quelle: https://www.kinderhelden.info/portfolio/digitandem/

In den letzten Wochen habe ich also regelmäßig mit meinem neuen Tandem-Buddy telefoniert und mit ihm über Hobbys, Wünsche, Ziele, Schule und vieles mehr gesprochen. Ich habe dabei gemerkt wie die Atmosphäre von Woche zu Woche vertrauter wurde und wir immer mehr voneinander gelernt haben. Motiviert und offen war der junge Mann jedoch von Anfang an, sodass wir schnell eine super Routine in unseren Gesprächen hatten. Ganz nach dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ einigten wir uns darauf in jedem Gespräch zunächst Hausaufgaben zu machen, zu rechnen, Hauptstädte zu lernen oder sonstiges – und danach über ein Thema seiner Wahl zu sprechen. Was das Thema seiner Wahl war, wurde recht schnell deutlich: das Handyspiel BrawlStars! Schon im ersten Gespräch erzählte er mir, dass er später einmal Spieleentwickler werden möchte und bei der Leidenschaft und Professionalität, die er bei BrawlStars an den Tag legt, habe ich daran mittlerweile wenig Zweifel. Ich sagte ihm damals, dass man dafür aber gut in Mathe sein müsse und seitdem muss ich ihn nicht mal mehr überreden mit mir zusammen Rechenaufgaben zu lösen und Mathehausaufgaben zu machen.

Die größte Herausforderung bestand für mich zunächst darin, dass ich zu Beginn etwas unsicher war, wie ich es schaffe nur über Videoanrufe so etwas wie eine Vertrauensbeziehung aufzubauen. Diese Unsicherheit nahm mir der Junge durch seine Aufgeschlossenheit und Lernbereitschaft jedoch relativ schnell. Vor Kurzem bekam ich von KinderHelden eine Mail mit der Bitte ein Führungszeugnis zu beantragen, um vorbereitet zu sein auf die Zeit, in der reale Treffen wieder möglich sind. Ob ich meinen Tandempartner in Zukunft weiterhin über digitale Kanäle oder face-to-face treffe, weiß ich noch nicht. Reale Treffen wären mit wesentlich mehr Zeitaufwand verbunden und ich kann aktuell noch nicht abschätzen, ob ich diese Zeit in den nächsten Monaten habe. Bevor ich also eine noch engere Bindung aufbaue, möchte ich mir sicher sein, dass ich nicht in zwei Monaten keine Zeit mehr für den Jungen finde und das Ganze aus den Augen verliere.

Insgesamt hat mir die Kombination aus Seminar und Engagement sehr gut gefallen. Der theoretische Input aus den Seminarsitzungen und in dem Zusammenhang die Reflektion der eigenen Rolle als „Helfender“ waren dabei wichtig, um das eigene Engagement und Verhalten einzuordnen und ggf. zu hinterfragen. Diese Kombination trug aus meiner Sicht dazu bei, die Empathie der Teilnehmer:innen weiter zu formen und zu stärken – eine Eigenschaft, die in Zeiten von Corona, Klimawandel und Populismus wichtiger ist denn je.

Wasserflaschenausgabe der Antikältehilfe

Beitrag von Ben

Am Donnerstag, 16. Juli 2020, sind wir zu zweit nach St. Pauli gefahren, um dort wiederverwendbare Aluflaschen an obdachlose Menschen zu verteilen, die wir als Antikältehilfe e.V. für eben diesen Zweck gekauft hatten. Bepackt mit zwei großen Rucksäcken sind wir am U-Bahnhof St. Pauli gestartet und haben bis zur Alimaus am Nobistor beide Taschen vollständig leeren können. Die Flaschen haben großen Anklang gefunden und wir konnten, wie bei jedem Besuch auf den Platten, spannende Gespräche führen und uns ein bisschen verbinden.

Die Antikältehilfe ist auch im Corona-Sommer immer wieder im Rahmen ihrer Möglich-keiten aktiv, während im Hintergrund die Planungen für den Winter laufen.

Folgt uns gern auf Facebook oder schaut auf unserer Homepage nach Infos, falls ihr interessiert seid. Wir freuen uns über helfende Hände 🙂

Quasimodos Feierküche: Neue Verordnung – neue Anläufe

Beitrag von Róisín

In den letzten Wochen ist offiziell wenig passiert bei Quasimodos Feierküche. Ideen, sich weiter online zu treffen oder Fotoaktionen ins Leben zu rufen, haben sich weitgehend im Sand verlaufen. Das war auf der Planungsebene zwar frustrierend, aber auch ein Indiz dafür, dass für solche Aktionen kein Bedarf bestanden hat. Positiv zu vermerken war, dass der Kontakt zwischen den Mitgliedern der Community (jene, die bislang häufig an Veranstaltungen teilgenommen haben, deren Kontakte ausgetauscht wurden) trotzdem fortlaufend und rege aufrechterhalten wurde.

Diesen Dienstag wurden (endlich) neue Verordnungen zur Eindämmung der Ausbreitung von Covid-19 veröffentlicht. Diese eröffnen uns neue Möglichkeiten kleinere Veranstaltungen zu organisieren, an denen dann auch, wie es unserer Absicht entspricht, alle die Möglichkeit haben über Voranmeldung teilzunehmen. Konkret schwebt uns vor im Stadtpark oder am Elbstrand einen Nachmittag, wenn möglich mit Volleyballangebot, zu veranstalten, einen Spieleabend mit festen Sitzplätzen in einem Lokal zu organisieren, eine Wanderung zu planen sowie eine von mir angeleitete Tanzworkshopreihe durchzuführen. Herausforderung ist nun das Erstellen der jeweiligen Schutzkonzepte, aber auch die Tatsache, dass sich für einige aus der Orga der Alltag stark verändert hat und wir eine neue Routine für die Veranstaltungsplanung finden müssen.

Ferienpass für Kinder und Jugendliche

Beitrag von Rick

Nachdem die Aktionen und Tagesausflüge im Amt Hürup fertig geplant waren, konnten sich die Kinder und Jugendlichen digital für diese anmelden. Leider mussten wir schnell feststellen, dass die Nachfrage deutlich größer war als die freien Plätze, die aufgrund von Corona immer noch auf 10-15 Personen begrenzt waren. Daher haben wir uns entschieden einige Aktionen mehrmals durchzuführen. Den Auftakt der Aktionen bildet ein Tagesausflug nach Föhr. Dann folgen die weiteren Tagesprojekte wie Siebdrucken, Wattwanderung, Kanutour, Geocaching, Sprayworkshop und noch viele mehr.

Spannend ist, dass trotz der spontanen Entstehung der Projekte alle sehr gut zusammengearbeitet haben und alles schnell geplant wurde. Hier zeigt sich, dass das ehrenamtliche Team sehr gut harmoniert und es dabei an Tatendrang und Kreativität nicht fehlt. Nun freuen wir uns auf coole Aktionen, tolle Momente und aufregende Aktionen.