Sitzung am 2. Februar 2021

Liebe Leute,

kommende Woche am 2. Februar sehen wir uns wieder in alter Frische um 14:30 Uhr im Zoom-Meeting (Zugangslink: https://uni-hamburg.zoom.us/j/96711705215). Wir freuen uns auf den Input von Julika und Hannah zum Thema Internationale Freiwilligendienste. Wenn ihr selbst Erfahrung mit einem solchen Auslandsaufenthalt habt, bringt diese gerne in die Diskussion ein.

Im Anschluss haben wir außerdem Gelegenheit die Debatte um den sogenannten Voluntourism (in Abgrenzung zum Volunteering) zu reflektieren sowie zu einem kritischen Austausch über den White Savior Complex im Zusammenhang mit Entwicklungszusammenarbeit. Ich freue mich, wenn ihr hier euer Vorwissen und eure Expertise einbringt!

Auf dem Blog findet ihr wie gewohnt die Doku unserer letzten Sitzung: civic-engagement.blogs.uni-hamburg.de/19-januar-2021/ sowie die Infos zum Hamburger Nachweis, den ich im Seminar erwähnt hatte: civic-engagement.blogs.uni-hamburg.de/hamburger-nachweis/. Wenn ihr an diesem Nachweis Interesse habt, schreibt mir eine kurze Mail, damit ich euch auf meine Liste nehmen kann.

Und zu guter Letzt noch ein Hinweis an alle Geisteswissenschafter*innen unter euch: Mit zwei Kolleginnen bereite ich gerade ein Projekt vor, das unter dem Titel Collective Responsibility. Rassismus(kritik) an deutschen Hochschulen firmiert. Zum virtuellen Auftakt am 1. März sind auch Studierende herzlich eingeladen. Nähere Informationen findet ihr hier: www.gwiss.uni-hamburg.de/collective-responsibility-auftakt.html

Habt ein schönes Wochenende!

Herzlichen Gruß

Cornelia

Was wisst ihr eigentlich über Supervision?

Beitrag von Svenja und Laura

Was ist Supervision im Ehrenamt ?

Supervision ist eine Beratungsmethode, die in beruflichen Kontexten, vor allem den psychosozialen und pflegerischen Berufen, zum Einsatz kommt. In der Definition von Supervision kommt auch der Aspekt der Steigerung von Effektivität und Erhöhung von Leistungsfähigkeit vor (vgl. duden.de). Die Supervisionssitzungen finden mit Einzelpersonen oder auch in Gruppen statt und es werden innere und äußere Konflikte, Probleme und Schwierigkeiten besprochen. Der*die Supervisor*in haben dabei eine moderierende Funktion. Coaching und Kollegiale Beratung beispielsweise sind von Supervision nochmal abzugrenzen.

Die Idee von Supervision im Ehrenamt soll nicht unbedingt zu einer Leistungssteigerung führen. Hierbei geht es vielmehr darum, entstehende Belastungen und Herausforderungen, die in der Arbeit mit Menschen aufkommen können, anzugehen und eine moderierte (Selbst-)Reflexions-Plattform zu bieten.

Die Besonderheit bei ehrenamtlich Tätigen in sozialen oder pflegerischen Kontexten, vor allem im Gegensatz zu Hauptamtlichen, ist, dass es sich häufig um Menschen ohne entsprechende Berufsqualifikation handelt. Dadurch entfällt bei Ehrenamtlichen eine Möglichkeit zu Reflexion über z.B. Nähe und Distanz, die Hauptamtliche in ihren Ausbildungen erlernen können.

Wo werden aktuell die Probleme gesehen?

Aktuell fehlen in vielen Bereichen des Ehrenamts die Supervisionsangebote. Auf Nachfragen bei Organisationen für FSJ oder BFD haben wir erfahren, dass solche Angebote im Allgemeinen nicht vorgesehen sind. Manche Organisationen bieten Supervisionsangebote bei Freiwilligendiensten in sozialpsychiatrischen Einrichtungen an. Die Organisationen wissen also um die Möglichkeit dieser Angebote, bieten sie dennoch gar nicht bzw. nur sehr ausgewählt an.

Teilweise werden freiwillige Kurse, wie einen Selbstfürsorge-Workshop, angeboten. Dieser wird aber nicht aktiv beworben, sodass die Freiwilligen nicht die Chance bekommen diese Workshops zu nutzen, um zu lernen, wie sich emotional selber schützen können.

Die Organisationen wiesen darauf hin, dass bei akuten Problemen eine Möglichkeit bestehe sich psychologisch beraten zu lassen.

Damit es nicht erst zu einer solchen psychologischen Beratung kommen muss, indem die Ehrenamtlichen die nötigen “Werkzeuge” im Vorfeld vermittelt bekommen, um so besser mit “belastenden Situationen” umgehen zu können, sollten Supervisions-Programme zum Alltag im Ehrenamt dazu gehören.

Was soll mit dem Projekt erreicht werden?

Mit dem Projekt “Supervision im Ehrenamt” soll jedoch kein weitere Verpflichtung für Einrichtungen und ehrenamtlich Tätige geschaffen werden. Es geht vielmehr darum, auf eben diese möglichen Belastungen aufmerksam zu machen und einen Vorschlag dazu zu bieten, wie diese gezielt angegangen werden können. Die Handlungsempfehlung bietet durch die vorangegangene Recherche, ein Basis, Supervisions-Angebote schnell in der eigenen Einrichtung zu integrieren.

Ausblick im Projekt

Die nächste Zeit werden wir zu dem Thema “Bedürfnisse und Belastungen im Ehrenamt” recherchieren. Die Rechercheergebnisse sollen als Grundlage für eine Bedarfsermittlung dienen.

Außerdem werden weiterhin Interviews zur Supervision geführt.

Neues vom Engagement beim Verein Herzliches Lokstedt

Zwischenbericht von Dalila

Nun sind die ersten gemeinsamen Wochen im Verein vergangen und bisher konnte ich viele Eindrücke sammeln und die ersten Familien haben mein Vertrauen gewonnen. Um einen „normalen“ Tag in der Corona- Zeit sich vorzustellen, muss ich einiges erklären.

Wir fangen um 15:30 Uhr an, da die meisten Kinder aus der Schule nach Hause kommen und ggf. ihren Eltern bei Sprachschwierigkeiten helfen. Zuerst besprechen wir uns in unserer Gruppe, meistens besteht diese aus 3-4 Ehrenamtlichen und der Vorsitzenden/Organisatorin dieser Treffen vor dem Haupteingang der Unterkunft. Da wir in der Corona-Zeit nur begrenzt Zugang zu Räumlichkeiten haben, treffen wir uns 1x der Woche in der Flüchtlingsunterkunft, um von Tür zur Tür zu gehen.

Unsere Gruppe besteht zurzeit aus drei arabisch/kurdisch-sprachigen Helfer*innen und mir (Farsi). In der ersten halben Stunde besprechen wir, welche Formulare unterschrieben und ausgefüllt werden müssen und wer wann einen Arzt bzw. wichtigen Termin hat (kleines Briefing). Im Durchschnitt verbringen wir 1-2 Stunden in der Unterkunft und teilen uns nach Sprachkenntnissen auf.

Neben meinen Aufgaben als „Übersetzerin“ begleite ich die Familien auch zur Trauma-Therapie oder zu Kinderarztbesuchen.

Da die Tage immer kälter werden, haben wir 1x die Woche ein kleines Café in der Nähe der Unterkunft gebucht, wo die Geflüchteten mit Termin unsere Hilfe in Anspruch nehmen können. Von Hausaufgabenbetreuung bis hin zur Erstellung von Email-Postfächern.

Anfangs habe ich die Möglichkeiten hier zur helfen als Chance gesehen, meinen Beitrag zur Gesellschaft zur leisten, der mir solange gefehlt hat. Doch jetzt kann ich mir gar nicht vorstellen, nicht weiter Teil dieses großartigen Projektes zu sein. Die Erfahrungen, die ich hier tagtäglich sammeln darf, bieten mir einen enormen Mehrwert, den ich davor nicht sehen konnte bzw. wollte.

Collective Responsibility: Rassismus(kritik) an deutschen Hochschulen

Liebe Leute!

Diese Einladung möchte ich auch euch zukommen lassen. Vielleicht interessiert euch dieses Vorhaben. Ihr habt die Chance euch inhaltlich einzubringen!

Herzlich
Cornelia

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Liebe Studierende der Fakultät für Geisteswissenschaften,

das Studiendekanat der geisteswissenschaftlichen Fakultät plant für das Jahr 2021 in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Fakultät sowie der Stabsstelle Gleichstellung eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Collective Responsibility: Rassismus(kritik) an deutschen Hochschulen“.

Mittels verschiedener Veranstaltungsformate soll ein Raum für die Reflexion von und Auseinandersetzung mit institutionellem und strukturellem Rassismus an Hochschulen geschaffen werden, an dem Interessierte aller Statusgruppen der Fakultät teilhaben können. Ziel ist es, langfristig rassismuskritisches Denken und Handeln zu stärken und rassistische Diskriminierungen abzubauen.

Der Auftakt des Programms ist für das Frühjahr 2021 geplant. Die Mitglieder der Fakultät sind herzlich eingeladen, am 1. März, 10:00-12:00 Uhr an einem ersten Round Table teilzunehmen und so einen fachlichen Austausch anzustoßen. Die offizielle Einladung und den Link zur Anmeldung finden Sie auf dieser Seite.

Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Perspektiven, Erfahrungen und Expertisen von nicht-weißen BIPoC Kolleg*innen an der Fakultät maßgeblich in den Entwicklungsprozess des geplanten Programms einzubinden. Teilen Sie diese Nachricht auch gerne in Ihren Netzwerken innerhalb der GW-Fakultät.

Wir wünschen ein schönes Wochenende. Und verbleiben
mit freundlichem Gruß

Franziska Nitsche, Johanna Seibert und Cornelia Springer

Nachtrag zum 19. Januar 2021

Hallo zusammen!

Vielen Dank nochmal für die spannenden Inputs an Svenja und Antonia! Hier findet ihr meine Präsentation von gestern:

Hier auch die Präsentation von Antonia:

Bild 1 von 12

Auch die Präsentation von Svenja findet ihr im Folgenden:

In der kommenden Sitzung am 2. Februar 2021 freuen wir uns auf den Input von Juilka und Hannah zum Thema Internationale Freiwilligendienste.

Am 16. Februar 2021 erwarten euch noch Einblicke in drei Diversity-Projekte. Hanna berichtet über ihre Arbeit bei Die Insel hilft e.V. & Über den Tellerrand kochen und Dalila über das Engagement bei der Flüchtlingshilfe Harvestehude.

Möchte noch jemensch einen Input in diesem Semester geben? Dann ist das nun die letzte Chance 🙂 Schreibt mir bitte eine kurze Mail: cornelia.springer@uni-hamburg.de.

Einen gutgelaunten Abend euch!

Cornelia

Nächste Sitzung am 19. Januar 2021

Hallo zusammen!

Ein frohes Neues Jahr noch – falls wir uns nicht schon gelesen oder gehört haben. Gute Gesundheit und jede Menge Energiereserven wünsche ich euch für 2021!

Wir sehen uns kommende Woche, am 19. Januar wieder via Zoom (https://uni-hamburg.zoom.us/j/96711705215, Meeting-ID: 967 1170 5215) – mit zwei Inputs zur Arbeit mit Kindern und jungen Erwachsenen: Svenja berichtet von ihrem Engagement bei SchlauFox e.V. und Antonia gibt einen Einblick in ihre Arbeit im Projekt [U25] von IN VIA e.V. – Suizidprävention. Bringt gerne Fragen an die Referentinnen mit.

Vielen Dank für die Einsendung eurer Zwischenberichte. Alex und ich haben auf dem Blog inzwischen die Projekte-Seite überarbeitet und eure Texte hochgeladen. Schaut euch gern auch mal die Berichte der Kommiliton*innen an: https://civic-engagement.blogs.uni-hamburg.de/engagementprojekte-wise-20-21/

Wenn ihr für euer Projekt ein anderes Kachelbild bevorzugt, schickt uns dieses gerne zu. Wir haben einfach Bilder aus unserem Fundus gewählt.

Am 19. Januar gehen wir wie angekündigt außerdem auf das Thema Gemeinnützigkeit ein. Bitte denkt in diesem Zusammenhang an die Rechercheaufgabe, die wir auf drei Gruppen verteilt hatten:

Gruppe 1: Was bedeutet Gemeinnützigkeit oder gemeinnützig? (Viktoria)
Gruppe 2: Was fällt nicht unter Gemeinnützigkeit? (Hannah, Jasmin, Lea, Julianne, Laura, Paula)
Gruppe 3: Was ändert sich im Gemeinnützigkeitsrecht zum Jahresende? (Jana, Svenja, Hanna B., Hanna S., Antonia, Luisa)

Eine flotte Woche euch!

Herzlich
Cornelia

Die unüberwindbar scheinende Widersprüchlichkeit unseres Lebens

Beitrag von Madeleine

Es ist der Mittwoch vor Heiligabend. Ich bin auf dem 3-minütigen Fußweg von meiner Wohnung zur St. Georg-Kirche und ziehe meine Kapuze tiefer ins Gesicht, um mich vor dem Schneeregen zu schützen, der mich von allen Seiten anzugreifen scheint. Die Suppengruppe hat Dank des unermüdlichen Einsatzes des organisatorischen Kopfes der Gruppe eine Sonderausgabe auf die Beine gestellt, denn 2020 fallen der erste Weihnachtsfeiertag und Neujahr auf einen Freitag, also den Tag der Lebensmittelausgabe, sodass kurzerhand umdisponiert wurde. Wir hatten etwas Sorge, dass sich die Terminverschiebung von Freitag auf Mittwoch nicht so wirklich herumsprechen würde, doch bereits zwei Stunden vor Ausgabebeginn formiert sich eine Schlange an wartenden Gästen vor der St. Georg-Kirche.

Ich bin nun seit fast einem halben Jahr in der Suppengruppe tätig – ich kenne nun die meisten Gesichter und Namen meiner Kolleg*innen und viele Gesichter und die dazugehörigen Essensgewohnheiten und -geschmäcker, jedoch wenige Namen der Gäste. Ich kenne die Arbeitsschritte und -strukturen und habe die Corona-Richtlinien verinnerlicht, auf die wir während der Vorbereitung und während der Ausgabe achten müssen. Vielleicht kommt mir deswegen – weil nun mehr Zeit bleibt, um auf andere Sachen zu achten -, vielleicht auch weil ich selbst die nasse Kälte in den Knochen spüre, ein Gedanke in den Sinn, der mir zwar nicht neu ist, mich aber immer wieder aufs Neue einnimmt und mich ungläubig den Kopf schütteln lässt: Kein Mensch sollte 2 Stunden im Schneeregen anstehen müssen, um seine oder ihre rudimentäre Lebensmittelversorgung sichern zu können.

Was macht man mit einem solchen Gedanken? Ich stehe heute, an diesem Mittwoch vor Heiligabend, am Ende der Lebensmittelausgabe: Süßigkeiten. Die Tafel hat uns diesmal reichlich beliefert, wie so oft vor den Weihnachtsfeiertagen sind die Supermärkte voll. Es gibt grünen und weißen Spargel, isländischen Skyr-Joghurt in rauen Mengen und bei mir, in meiner Abteilung, eine ganze Palette an Lindt-Weihnachtsmännern. Kartoffeln sind hingegen Mangelware: Jeder Gast darf sich 4 aus der Kiste greifen, „damit alle etwas abbekommen“ – am Ende reicht es doch nicht. Ich hoffe, dass ich den Gästen mit den Weihnachtsmännern Freude bereiten kann und fühle mich gleichzeitig schäbig. Später werde ich eine warme Dusche nehmen und den Abend mit einem Buch in meinem warmen Bett verbringen.

Tandem mit einem Mädchen aus dem Iran

Zwischenbericht von Julianne

Mein Einstieg in das Engagement verlief zuerst super schnell und einfach. Nach einem Anruf bei der Flüchtlingshilfe Harvestehude und einem ausführlichen Gespräch über das Patenschaftsprojekt, einer kleinen Vorstellung meinerseits und meines Tandem-Partners, hieß es, dass die Lehrerin des Jungen sich nun mit mir in Kontakt setzen werde und ich dann alles Weitere mit ihr abklären könnte. Dies alles war Anfang November 2020.

Tja, so einfach und schnell das alles schien, war es leider doch nicht. Nach vermehrten unbeantworteten Emails und Anrufen an die Organisation, wann sich die Lehrerin denn melden würde, bekam ich Ende Dezember 2020 endlich einen Rückruf. Leider haben sie nichts mehr von ihr gehört und konnten daher das Kind nicht vermitteln. Dennoch hatte die Organisation eine andere Tandempartnerin vorgeschlagen, die auch noch eine*n Patin*en suchte. Natürlich habe ich nicht gezögert und direkt zugesagt.

Ihr Deutschlehrer hatte sie an die Organisation vermittelt und wollte daher erstmal ein kurzes Gespräch mit mir führen. Angeblich hätte er schon ein paar Erfahrungen gemacht mit älteren Damen, die diese Patenschaft mehr für sich und ihr Mehrwertgefühl gemacht haben und dadurch leicht übergriffig wurden, indem sie sich zu sehr in Privates eingemischt hatten. 

Nach einem nettem Gespräch mit dem Deutschlehrer habe ich die Kontaktdaten des Mädchens bekommen und hat er ihr meine weitergeschickt. Meine Tandempartnerin hat sich danach direkt bei mir gemeldet und wir haben uns für einen Spaziergang an der Alster verabredet.

Das Treffen verlief super und wir haben uns sehr gut verstanden. So gut, dass uns die Kälte egal war und wir ganze vier Stunden spazieren waren. Sie hat mir direkt von Anfang an sehr viel über sich und ihre Lebensgeschichte erzählt. Ich habe ihrerseits direkt eine tiefe Vertrautheit empfunden und fand es schön, dass sie mir diesen Vertrauensvorschuss gab. Ihr ist es wichtig, dass ich sie so gut es geht kennenlerne und dazu gehöre nun mal ihre Geschichte. Dieses Treffen und dieser Vertrauensvorschuss sind meiner Meinung nach ein schöner Erfolg , auf dem man sehr gut aufbauen kann.

Ich finde es unglaublich inspirierend, wie sie es meistert, mit so einem harten Schicksal trotzdem noch so eine unfassbar ambitionierte, starke Person zu sein, die sich von nichts und niemandem runterziehen lässt. Auch ich kann noch sehr viel von ihr lernen und bin sehr gespannt, wie sich die Tandembeziehung weiterentwickelt.

So langsam geht es ans Eingemachte

Zwischenbericht von Luisa und Paula

Wenn wir daran zurückdenken, dass wir zu Beginn des Projektes erst einmal ausloten mussten, welchem Themenschwerpunkt wir uns in welcher Form nähern möchten, freuen wir uns sehr darüber, dass wir inzwischen konkrete Pläne entwickelt haben. Diese warten nur darauf in den kommenden Wochen in die Tat umgesetzt zu werden. Seit unseren letzten Einträgen haben wir uns im Team mit den Herausforderungen und Fragen auseinandergesetzt, die die Kulturbranche momentan beschäftigen. Aus unseren Recherchen sind drei Essays entstanden, von denen zwei hier auf dem Blog zu finden sind.

Luisa: In meinem Text beschäftige ich mich mit der Frage „Wie hat Corona das Leben von Künstler*innen und Kulturschaffenden verändert?„. Bei meiner Recherche wurde mir schnell klar, dass nahezu jeder Berufszweig in der Kulturbranche schwer von der Krise getroffen ist, und die damit verbundenen Herausforderungen weit über finanzielle Probleme hinausgehen. Denn durch die unzähligen abgesagten Veranstaltungen, die zahlreichen verschobenen oder gestrichenen Projekte, ohne das Publikum, ohne den Applaus, die Euphorie der Menge, ohne das Zusammenkommen von Menschen, fehlt vielen in dieser Zeit ein bedeutender Teil ihrer Identität.

Paula: In meinem Essay beleuchte ich die Bedeutung von „Systemrelevanz“ in der aktuellen COVID-Krise und diskutiere, inwieweit Kunst und Kultur „systemrelevant“ sind. In der Vorbereitung des Essays bin ich auf viele spannende Aspekte gestoßen, die mich dazu anregten, die (Stellen)Werte bestimmter Akteur*innen in unserer Gesellschaft zu hinterfragen. Wie können wir unsere Welt in „systemrelevant“ und „entbehrlich“ unterteilen, wenn die Krise so deutliche Schwächen des zu rettenden Systems offenbart hat? Ich frage mich manchmal, ob unser System vielleicht selbst mal einen Relevanzcheck vertragen könnte und hoffe, dass die Krise als Chance für Veränderung wahrgenommen wird. Den Bogen von hier zurück zur Kultur zu spannen, ist einfach, denn wie mein Gedankenkarussell zeigt, sind Kunst und Kultur genau deswegen so relevant, weil sie neue Gedanken anregen und Raum zur Selbstreflektion und Verarbeitung bieten. Lest gerne den ganzen Text auf dem Blog: Sind Kunst und Kultur „systemrelevant“?

Für die kommenden Wochen haben wir uns beim heutigen Team-Meeting (8. Januar 2021) einige Ziele gesetzt. Da Lukas bereits spannende Interviewpartner*innen für unser Projekt gewinnen konnte, steht zunächst einmal die Vorbereitung der Leitfaden-Interviews im Vordergrund. Das bedeutet: Fragen entwickeln, Aufnahmetermine arrangieren und technische Umsetzungsmöglichkeiten erproben. Ende Januar soll es dann mit den ersten Zoom-Calls losgehen. Da die Zusagen von Kulturschaffenden aus völlig unterschiedlichen Bereichen stammen, werden uns diese sicherlich interessante Einblicke in ihre jeweiligen Arbeitsfelder gewähren. Wenn alles klappt, werden die Interviews am Ende nicht nur verschriftlicht, sondern sogar als Podcast veröffentlicht werden. Da dieser Bereich Neuland für uns ist, freuen wir uns auf die neue Erfahrung.

Über den Tellerrand Kochen und Tandem-Projekt Hamburg – zwei Projekte mit und für Menschen mit Fluchterfahrung

Zwischenbericht von Hanna S.

Für beide Projekte, Tandem und Über den Tellerrand Kochen, war es jeweils ein ganz schöner und stimmungsvoller Jahresausklang. Natürlich immer im Kontext der Coronasituation gesehen, in der viele Dinge nicht so ohne weiteres möglich waren bzw. sind. Aber wir haben jeweils das Beste draus gemacht!

Jahresrückblick 2020: Tandem-Highlights
Insta-Story: Punsch kochen

In der Woche vor Weihnachten hat uns außerdem die gute Nachricht erreicht, dass die Förderung für das Tandem-Projekt auch 2021 weiter geht. Besonders gefreut hat mich auch, dass wir im Dezember noch einige Patenschaften vermitteln konnten, unter anderem mit Mentor*innen aus diesem Seminar. Die ersten Eindrücke verliefen positiv und ich hoffe natürlich, dass es sich so auch weiterentwickelt 🙂

Zum Jahresabschluss hatten meine Projektkollegin und ich noch eine kleine Bildergalerie mit Highlights aus 2020 zusammengestellt. Das hat richtig gutgetan, sich die vielen positiven Momente und Erfolge nochmal zu vergegenwärtigen, die es in diesem außergewöhnlichen und ja auch sehr schwierigen Jahr gab. In der jetzigen Woche haben wir die Arbeit wieder aufgenommen und ich bin sehr gespannt, was das neue Jahr alles bringen wird. Wir bleiben trotz des aktuellen Lockdowns weiterhin zuversichtlich.

Punsch-Rezept

Bei Über den Tellerrand sind wir zwar auch grundsätzlich optimistisch, aber es bleibt ambivalent. Es macht sich schon deutlich bemerkbar, dass das gemeinsame Kochen und sich in echt treffen fehlen und dass viele kein Interesse an den Online-Alternativen haben. Andererseits sind dadurch auch wieder neue Teilnehmer*innen dazu gekommen, zum Teil auch aus anderen Städten und Ländern. So zum Beispiel beim Online-Punschkochkurs-Sprachcafé am 4. Advent, das ich mit einer anderen Ehrenamtlichen zusammen moderiert habe. Ich glaube, wir waren insgesamt 10 oder 12 Leute, davon haben nur zwei live mitgekocht 😉 Aber ein gemütlicher Nachmittag war es trotzdem und anschließend ergaben sich einige schöne Gespräche. Was ja auch die eigentliche Idee des Formats ist, Gelegenheit zum Deutsch sprechen und sich auszutauschen. Ein kleines Highlight fand ich außerdem das Überraschungspäckchen, das alle Ehrenamtlichen von unserer hauptamtlichen Projektkoordinatorin zu Weihnachten per Post bekommen haben.

Kleines Dankeschön für die Ehrenamtlichen

Ein motivierendes Dankeschön und ein schönes Gefühl, auch in dieser seltsamen Zeit Teil einer so tollen Community zu sein. Nächste Woche treffen wir uns zum 1. virtuellen Team-Treffen in 2021 und ich bin gespannt, was wir im neuen Jahr gemeinsam auf die Beine stellen werden.