Wie findet man Eigentümer:innen von grünen Fassaden?

In den vergangenen Wochen haben Laszlo und ich uns zusammengetan, um mehr über Fassadenbegrünung zu erfahren. Wir sind nach unserem zuvor gefassten Plan vorgegangen:

1. Informationen sammeln
2. Interviewpartner:innen finden
3. Interviews führen

Das sind unsere Schritte der letzten Wochen und noch immer. Wie wir bereits feststellen mussten, ist es leider nicht so leicht Interviewpartner:innen zu finden. Um unsere „Marktforschung“, wie Laszlo es sehr liebevoll nennt, zu betreiben und zu Interviewende zu finden, begannen wir Ausschau nach begrünten Fassanden zu halten. Doch die nächste Frage war, selbst wenn wir ein Haus mit begrünter Fassade finden: „Wie kommen wir in Kontakt mit den Eigentümer:innen?“ So fand ich mich also beispielsweise in einer Straße in Eimsbüttel vor einer Reihe fassadenbegrünter Häuser wieder. Wir wussten bereits, dass im Treppenhaus meist die Kontaktdaten der Eigentümer:innen hängen. Dennoch musste ich hierfür ins Haus gelangen und wartete, während ich mich dabei fühlte wie eine Kriminelle, die vor der Tat ihre Opfer ausspioniert.Als endlich eine junge Familie aus einem der Hauseingänge trat, bat ich um ihre Hilfe und gelangte an die Daten des Vermieters im Hausflur.

Im Nachhinein ergab sich, dass der Vermieter zu beschäftigt für ein Telefoninterview war, womit sich die Sache erledigt hatte. Währenddessen standen wir in Kontakt mit Cornelia, die uns half unsere Interviewanfrage weiterzuleiten und uns tatsächlich ein Interview verschaffte. Hierbei ging es um einen Herrn, der seinen Balkon in Winterhude begrünt und so einen gefestigten Standpunkt zu dem Thema bieten konnte. Wir verabredeten uns also zum Kaffeetrinken auf seinem Balkon und konnten endlich unsere Marktforschung betreiben. Sam Lazay, unsere Balkon-Kaffeeverabredung, hat zudem auch einen eigenen Blog zu seinem Balkon. Wer also interessiert an kreativen Ideen für seinen Balkon oder ein paar philosophische Themen hat, kann sich gerne einmal auf www.lebalcony.de umgucken.
Wir sind noch immer fleißig am E-Mails schreiben und Ausschauhalten, um unsere Marktforschung noch zu erweitern.

Hamburg atmet auf

Beitrag von Fenna und Laszlo

Das Thema Gebäudebegrünung gewinnt im öffentlichen und politischen Diskurs um die Möglichkeiten zur Bekämpfung des Klimawandels und steigender Luftverschmutzung zunehmend an Bedeutung. Auch in Hamburg gibt es deshalb seit einigen Jahren städtische Förderprogramme für Vermieter:innen und Hauseigentümer:innen, die u.a. Zuschüsse von bis zu 100.000,- Euro enthalten (vgl. FHH 2020).

Die vielfältigen Vorteile der Dach- und Fassadenbegrünung sind mittlerweile über zahlreiche Studien belegt. Die Pflanzen dienen nicht nur als CO2-Speicher, Feinstaubbinder, Schallschutz oder natürliche Gebäudedämmung, sondern schaffen zusätzlich neue Lebensräume für wichtige und bedrohte Arten (Brune et al. 2017, S. 11 ff.). Sie können somit einen bedeutenden Beitrag zur Steigerung städtischer Lebensqualität und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels leisten.

Trotz alledem sieht man bei einem Spaziergang durch Hamburg bisher nur wenige begrünte Fassaden. Wir möchten deshalb die zweite Phase des Projektseminars „Ziviles Engagement und Studium verbinden“ nutzen, um ein Konzept für die Aufmerksamkeitssteigerung dieser vielversprechenden Möglichkeit zu erstellen. Hierfür möchten wir Fachwissen ansammeln, Interviews mit Akteur:innen und Entscheider:innen führen, Möglichkeiten der städtischen Förderungen evaluieren und ein ausgereiftes Konzept erstellen, das wir im Anschluss an das Seminar ggf. umsetzen können.