Arbeit mit Menschen mit Behinderung

Beitrag von Julia

„Können wir heute rausgehen?“ – „Wann darf ich wieder zur Arbeit?“ – „Wann kann ich meine Schwester wiedersehen?“ – „Darf ich zur Laufgruppe?“ – „Wann hab ich wieder Krankengymnastik?“

All das waren Fragen, die mir schon zu Anfang der Corona-Zeit täglich von den fünf BewohnerInnen gestellt wurden, die ich betreue, seitdem das Mitarbeiter-Team aufgeteilt wurde und die Tagesförderstätten und Werkstätten geschlossen wurden.

Antworten darauf zu finden, die nicht aus einem „Nein, leider nicht“, einem „Weiß ich nicht.“ oder „Hoffentlich bald“ bestanden, war so gut wie unmöglich.

Schnell habe ich bemerkt, dass die täglich vorgesehene Betreuung von drei Stunden für alle fünf BewohnerInnen zu wenig ist, um ihnen zumindest ein paar Wünsche und Bedürfnisse erfüllen zu können. Somit habe ich mich dazu entschlossen das freiwillige Engagement an meine Arbeitszeit zu hängen und neben allem, was Pflichtprogramm ist (Einkaufen, Putzen, Waschen, „Büro-Kram“), auch noch Zeit für schöne Dinge zu haben.

Seitdem haben wir den ein oder anderen Elbspaziergang gemacht, Ticken gespielt, Wettrennen gemacht, Vier-Gewinnt-Turniere gespielt, Musik gemacht, Mandalas ausgemalt, zusammen Eis gegessen, Tischtennis gespielt, getanzt, gequatscht, „Zukunfts-Pläne“ geschmiedet (für die Zeit nach Corona) und viel zusammen gekocht.

Dabei hatten wir eine Menge Spaß, ich habe neue Seiten der BewohnerInnen kennengelernt und auch die BewohnerInnen untereinander sind „näher zusammengerückt“, helfen sich gegenseitig, planen Sachen zusammen und sind füreinander da.

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