Was wisst ihr eigentlich über Supervision?

Beitrag von Svenja und Laura

Was ist Supervision im Ehrenamt ?

Supervision ist eine Beratungsmethode, die in beruflichen Kontexten, vor allem den psychosozialen und pflegerischen Berufen, zum Einsatz kommt. In der Definition von Supervision kommt auch der Aspekt der Steigerung von Effektivität und Erhöhung von Leistungsfähigkeit vor (vgl. duden.de). Die Supervisionssitzungen finden mit Einzelpersonen oder auch in Gruppen statt und es werden innere und äußere Konflikte, Probleme und Schwierigkeiten besprochen. Der*die Supervisor*in haben dabei eine moderierende Funktion. Coaching und Kollegiale Beratung beispielsweise sind von Supervision nochmal abzugrenzen.

Die Idee von Supervision im Ehrenamt soll nicht unbedingt zu einer Leistungssteigerung führen. Hierbei geht es vielmehr darum, entstehende Belastungen und Herausforderungen, die in der Arbeit mit Menschen aufkommen können, anzugehen und eine moderierte (Selbst-)Reflexions-Plattform zu bieten.

Die Besonderheit bei ehrenamtlich Tätigen in sozialen oder pflegerischen Kontexten, vor allem im Gegensatz zu Hauptamtlichen, ist, dass es sich häufig um Menschen ohne entsprechende Berufsqualifikation handelt. Dadurch entfällt bei Ehrenamtlichen eine Möglichkeit zu Reflexion über z.B. Nähe und Distanz, die Hauptamtliche in ihren Ausbildungen erlernen können.

Wo werden aktuell die Probleme gesehen?

Aktuell fehlen in vielen Bereichen des Ehrenamts die Supervisionsangebote. Auf Nachfragen bei Organisationen für FSJ oder BFD haben wir erfahren, dass solche Angebote im Allgemeinen nicht vorgesehen sind. Manche Organisationen bieten Supervisionsangebote bei Freiwilligendiensten in sozialpsychiatrischen Einrichtungen an. Die Organisationen wissen also um die Möglichkeit dieser Angebote, bieten sie dennoch gar nicht bzw. nur sehr ausgewählt an.

Teilweise werden freiwillige Kurse, wie einen Selbstfürsorge-Workshop, angeboten. Dieser wird aber nicht aktiv beworben, sodass die Freiwilligen nicht die Chance bekommen diese Workshops zu nutzen, um zu lernen, wie sich emotional selber schützen können.

Die Organisationen wiesen darauf hin, dass bei akuten Problemen eine Möglichkeit bestehe sich psychologisch beraten zu lassen.

Damit es nicht erst zu einer solchen psychologischen Beratung kommen muss, indem die Ehrenamtlichen die nötigen “Werkzeuge” im Vorfeld vermittelt bekommen, um so besser mit “belastenden Situationen” umgehen zu können, sollten Supervisions-Programme zum Alltag im Ehrenamt dazu gehören.

Was soll mit dem Projekt erreicht werden?

Mit dem Projekt “Supervision im Ehrenamt” soll jedoch kein weitere Verpflichtung für Einrichtungen und ehrenamtlich Tätige geschaffen werden. Es geht vielmehr darum, auf eben diese möglichen Belastungen aufmerksam zu machen und einen Vorschlag dazu zu bieten, wie diese gezielt angegangen werden können. Die Handlungsempfehlung bietet durch die vorangegangene Recherche, ein Basis, Supervisions-Angebote schnell in der eigenen Einrichtung zu integrieren.

Ausblick im Projekt

Die nächste Zeit werden wir zu dem Thema “Bedürfnisse und Belastungen im Ehrenamt” recherchieren. Die Rechercheergebnisse sollen als Grundlage für eine Bedarfsermittlung dienen.

Außerdem werden weiterhin Interviews zur Supervision geführt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.