Letzte Sitzung am 16.02.2021

Liebe Leute,

kommende Woche sehen wir uns schon zum letzten Mal im Seminar, wie gewohnt ab 14:30 Uhr über Zoom.

In dieser Sitzung werden Hanna (Über den Tellerrand kochen) und Dalila (Herzliches Lokstedt e.V.) einen Input liefern. Anschließend möchte ich gerne nochmal an die Sitzung vom 2. Februar anknüpfen und das Thema Volunteering vs. Voluntourismus aufgreifen.

Da mich schon einige Fragen zum Abschlussbericht erreicht haben: alle relevanten Informationen zu den Leistungspunkten, zum Abschluss eurer Projekte und zum Abschlussfragebogen bekommt ihr en bloc am Dienstag. Diejenigen, die nicht an der Sitzung teilnehmen können oder früher weg müssen, bitte ich um eine kurze Mail, damit ich Bescheid weiß.

Wenn ihr noch grundsätzlichen Beratungs- oder Austauschbedarf habt, bucht bitte eine Telefonsprechstunde über Doodle.

Habt ein schönes Wochenende!

Herzlichen Gruß

Cornelia

Über Grünkohl und das iranische “MauMau”

Beitrag von Hanna B.

Nun ist einige Zeit vergangen und ich habe mich mittlerweile schon öfter mit meinem Tandempartner M. getroffen. Aufgrund der noch immer anhaltenden Situation gehen wir vornehmlich draußen spazieren. Vor Weihnachten haben wir uns allerdings seltener gesehen, da wir uns vor den Feiertagen beide isoliert hatten. Im neuen Jahr jedoch haben wir uns dann bei mir zu Hause zum Kochen verabredet.

Es gab ein unfassbar leckeres Gericht, wovon ich und auch meine Familie noch einige Tage später essen konnten. Ich weiß den Namen leider nicht mehr, aber es bestand aus Basmatireis, Grünkohl und Bohnen. Der Grünkohl wurde mit Knoblauch und Öl angebraten und später zu einem 2 Stunden lang gekochten Lamm hinzugefügt. Als Beilage gab es einen Salat aus Zwiebeln, Tomaten und Gurke.

Nach dem Abendessen haben wir noch ein iranisches Kartenspiel gespielt, welches ähnlich wie MauMau funktioniert. Im Großen und Ganzen kann ich also sagen, dass mir bzw. mir und M. der Einstieg in unsere Tandempartnerschaft gut gelungen ist.

Was teilweise schwierig ist und sich durch den Beginn der Prüfungsphase verstärkt hat, ist, dass ich recht viel zu tun und dadurch auch weniger Zeit für Verabredungen habe. Dadurch habe ich ab und an das Gefühl, dass M. denkt, ich möchte mich nicht mit ihm treffen. Er hat mich bereits indirekt darauf angesprochen und gefragt, wieso ich ihn nie anrufen oder schreiben würde, was allerdings daran liegt, dass ich nicht gerne am Handy schreibe, sondern mich lieber bei einem Treffen persönlich unterhalte.  

Seitdem haben wir uns auch schon wieder zum Spazierengehen getroffen und wollten uns kommende Woche nochmal zum Kochen verabreden. 

Wie kann ich mein Projekt finanzieren?

Guten Morgen zusammen!

Für gute gemeinnützige Arbeit braucht man immer mal wieder ein bisschen Geld. Fundraising ist aber gar nicht so einfach. Viele Bewerber*innen ringen um die gleichen Töpfe. Auf der Seite https://www.aktivoli.de/foerdermittel/ hat das AKTIVOLI-Landesnetzwerk daher ein paar Empfehlungen gesammelt, darunter Das Hamburger Spendenparlament e.V. und die neue Förderrichtlinie “Freiwilliges Engagement”:

Das Hamburger Spendenparlament unterstützt Organisationen und Initiativen, die in Hamburg gegen Armut, Obdachlosigkeit und Einsamkeit kämpfen. Das Spendenparlament betreut keine eigenen Projekte, aber es springt ein, wenn an sozialen Brennpunkten der Hansestadt Hamburg Hilfe gebraucht wird. Zum Antrag geht es hier.

Ziele der neuen Förderrichtlinie “Freiwilliges Engagement” sind die Stärkung des Engagements im Sozialraum sowie die Förderung von Austausch und Vernetzung im freiwilligen Engagement. Als förderfähige Anliegen gelten bspw. Maßnahmen zur Unterstützung, Würdigung und Weiterentwicklung des freiwilligen Engagements. Über die Hamburger Bezirksämter können Einzelpersonen, Initiativen und Vereine Förderungen bis zu einer Höhe von 5.000 EUR beantragen. Mehr dazu findet ihr hier.

Aber auch andere interessante Links findet ihr da. Schaut doch mal vorbei.

Einen beschwingten Montag euch!

Spätzle trifft Kabuli

Beitrag von Lea

Hallo!

Es hat sich mittlerweile so etabliert, dass mein Mentee und ich uns mindestens einmal die Woche treffen – meistens am Wochenende. Hauptsächlich gehen wir spazieren. Die letzten beiden Male haben wir uns aber bei mir in der WG getroffen und gemeinsam gekocht. Wir hatten sogar einen kleinen interkulturellen Austausch. Wir haben nämlich ein afghanisches Gericht (Kabuli) und ein „deutsches“ Essen (Spätzle mit Geschnetzeltem) gekocht. Das war eine gute Abwechslung und wir haben mal etwas zusammen „erlebt“.

Mein Mentee ist inzwischen etwas aufgetaut und erzählt mir immer ein bisschen mehr über sich und Afghanistan. Das ist ein kleiner Erfolg und freut mich sehr.

Wenn es dann mal wieder etwas wärmer draußen ist, hatte ich überlegt vielleicht eine kleine Wanderung (z.B. bei den Boberger Dünen, im Alten Land, …) oder eine kleine Fahrradtour mit meinem Mentee zu machen. 

Hörtipp: Podcast “Freiwilliges Engagement am Puls der Zeit?”

In dieser Folge geht es um Trends & Herausforderungen im freiwilligen Engagement, Kurzzeit- & Projekt-Engagement, Spannungsfelder & solidarische Hilfswellen in Krisenzeiten, Service Learning & engagierte Studierende (euch :)).

Mit Charlotte Bäumer (AKTIVOLI-Freiwilligenbörse Hamburg), Jens Schunk (ASB Zeitspender-Agentur) und mir, Cornelia Springer (Universität Hamburg).

Hört doch mal rein!

Von Botengängen und abgesagten Gottesdiensten – Engagement in der Paul-Gerhardt-Gemeinde

Beitrag von Lois

Hallo!

Seit meinem letzten Blogeintrag gibt es leider recht wenig zu berichten. Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen sind Gottesdienste und andere Veranstaltungen weiterhin nicht möglich. Ich  erledige hier und da ein paar Botengänge, meist bei älteren Mitgliedern der Gemeinde, um beispielsweise, wie gestern, einen CD-Player anzuschließen.

Mittlerweile habe ich die Befürchtung, dass ich meine 30-40 Stunden ehrenamtliches Engagement als Voraussetzung für das Seminar nicht erfüllen werde. Nichtsdestotrotz habe ich den Entschluss gefasst, auch nach dem Uni-Seminar weiterhin für die Paul-Gerhardt-Gemeinde als Ehrenamtlicher tätig zu bleiben. Die Arbeitszeit, die ich mittlerweile investiert habe, hat mir bisher immer viel Freude bereitet und ich sehe keinen Grund, damit aufzuhören.

Zweiter Versuch bei der Tandemsuche

Beitrag von Anna

Ich habe inzwischen eine neue Tandempartnerin zugeteilt bekommen und mit ihr macht es sehr viel Spaß. Sie möchte hauptsächlich Deutsch mit mir lernen, da sie im Februar ihre mündliche B2-Prüfung hat. Wir treffen uns 2-3 mal die Woche über Zoom, gehen ihre Themen durch und besprechen Sachen, die sie noch nicht verstanden hat.

Diese Woche haben wir die Unterschiede zwischen „dasselbe“, „das gleiche“ und „ähnlich“ besprochen, das habe ich auch erst recht spät gelernt zu unterscheiden. Es fühlt sich noch etwas befremdlich an jemandem für mich völlig selbstverständliche Dinge zu erklären, ich komme mir dabei so unangenehm belehrend vor. Trotzdem gibt es mir einen neuen Blick auf die deutsche Sprache und ihre Komplexität.

Manchmal quatschen wir auch einfach so über Gott und die Welt. Es ist schön gerade jetzt mal ein neues Gesicht zu sehen. Meine Tandempartnerin hat eine sehr willensstarke fröhliche Persönlichkeit, sie arbeitet darauf hin wieder als Lehrerin arbeiten zu können. Es ist sehr angenehm mit ihr zu sprechen und wir lachen viel. Ich freue mich sie hoffentlich bald mal treffen zu können und die Einladung zum Essen annehmen zu können.

Sitzung am 2. Februar 2021

Liebe Leute,

kommende Woche am 2. Februar sehen wir uns wieder in alter Frische um 14:30 Uhr im Zoom-Meeting (Zugangslink: https://uni-hamburg.zoom.us/j/96711705215). Wir freuen uns auf den Input von Julika und Hannah zum Thema Internationale Freiwilligendienste. Wenn ihr selbst Erfahrung mit einem solchen Auslandsaufenthalt habt, bringt diese gerne in die Diskussion ein.

Im Anschluss haben wir außerdem Gelegenheit die Debatte um den sogenannten Voluntourism (in Abgrenzung zum Volunteering) zu reflektieren sowie zu einem kritischen Austausch über den White Savior Complex im Zusammenhang mit Entwicklungszusammenarbeit. Ich freue mich, wenn ihr hier euer Vorwissen und eure Expertise einbringt!

Auf dem Blog findet ihr wie gewohnt die Doku unserer letzten Sitzung: civic-engagement.blogs.uni-hamburg.de/19-januar-2021/ sowie die Infos zum Hamburger Nachweis, den ich im Seminar erwähnt hatte: civic-engagement.blogs.uni-hamburg.de/hamburger-nachweis/. Wenn ihr an diesem Nachweis Interesse habt, schreibt mir eine kurze Mail, damit ich euch auf meine Liste nehmen kann.

Und zu guter Letzt noch ein Hinweis an alle Geisteswissenschafter*innen unter euch: Mit zwei Kolleginnen bereite ich gerade ein Projekt vor, das unter dem Titel Collective Responsibility. Rassismus(kritik) an deutschen Hochschulen firmiert. Zum virtuellen Auftakt am 1. März sind auch Studierende herzlich eingeladen. Nähere Informationen findet ihr hier: www.gwiss.uni-hamburg.de/collective-responsibility-auftakt.html

Habt ein schönes Wochenende!

Herzlichen Gruß

Cornelia

Was wisst ihr eigentlich über Supervision?

Beitrag von Svenja und Laura

Was ist Supervision im Ehrenamt ?

Supervision ist eine Beratungsmethode, die in beruflichen Kontexten, vor allem den psychosozialen und pflegerischen Berufen, zum Einsatz kommt. In der Definition von Supervision kommt auch der Aspekt der Steigerung von Effektivität und Erhöhung von Leistungsfähigkeit vor (vgl. duden.de). Die Supervisionssitzungen finden mit Einzelpersonen oder auch in Gruppen statt und es werden innere und äußere Konflikte, Probleme und Schwierigkeiten besprochen. Der*die Supervisor*in haben dabei eine moderierende Funktion. Coaching und Kollegiale Beratung beispielsweise sind von Supervision nochmal abzugrenzen.

Die Idee von Supervision im Ehrenamt soll nicht unbedingt zu einer Leistungssteigerung führen. Hierbei geht es vielmehr darum, entstehende Belastungen und Herausforderungen, die in der Arbeit mit Menschen aufkommen können, anzugehen und eine moderierte (Selbst-)Reflexions-Plattform zu bieten.

Die Besonderheit bei ehrenamtlich Tätigen in sozialen oder pflegerischen Kontexten, vor allem im Gegensatz zu Hauptamtlichen, ist, dass es sich häufig um Menschen ohne entsprechende Berufsqualifikation handelt. Dadurch entfällt bei Ehrenamtlichen eine Möglichkeit zu Reflexion über z.B. Nähe und Distanz, die Hauptamtliche in ihren Ausbildungen erlernen können.

Wo werden aktuell die Probleme gesehen?

Aktuell fehlen in vielen Bereichen des Ehrenamts die Supervisionsangebote. Auf Nachfragen bei Organisationen für FSJ oder BFD haben wir erfahren, dass solche Angebote im Allgemeinen nicht vorgesehen sind. Manche Organisationen bieten Supervisionsangebote bei Freiwilligendiensten in sozialpsychiatrischen Einrichtungen an. Die Organisationen wissen also um die Möglichkeit dieser Angebote, bieten sie dennoch gar nicht bzw. nur sehr ausgewählt an.

Teilweise werden freiwillige Kurse, wie einen Selbstfürsorge-Workshop, angeboten. Dieser wird aber nicht aktiv beworben, sodass die Freiwilligen nicht die Chance bekommen diese Workshops zu nutzen, um zu lernen, wie sich emotional selber schützen können.

Die Organisationen wiesen darauf hin, dass bei akuten Problemen eine Möglichkeit bestehe sich psychologisch beraten zu lassen.

Damit es nicht erst zu einer solchen psychologischen Beratung kommen muss, indem die Ehrenamtlichen die nötigen “Werkzeuge” im Vorfeld vermittelt bekommen, um so besser mit “belastenden Situationen” umgehen zu können, sollten Supervisions-Programme zum Alltag im Ehrenamt dazu gehören.

Was soll mit dem Projekt erreicht werden?

Mit dem Projekt “Supervision im Ehrenamt” soll jedoch kein weitere Verpflichtung für Einrichtungen und ehrenamtlich Tätige geschaffen werden. Es geht vielmehr darum, auf eben diese möglichen Belastungen aufmerksam zu machen und einen Vorschlag dazu zu bieten, wie diese gezielt angegangen werden können. Die Handlungsempfehlung bietet durch die vorangegangene Recherche, ein Basis, Supervisions-Angebote schnell in der eigenen Einrichtung zu integrieren.

Ausblick im Projekt

Die nächste Zeit werden wir zu dem Thema “Bedürfnisse und Belastungen im Ehrenamt” recherchieren. Die Rechercheergebnisse sollen als Grundlage für eine Bedarfsermittlung dienen.

Außerdem werden weiterhin Interviews zur Supervision geführt.

Neues vom Engagement beim Verein Herzliches Lokstedt

Zwischenbericht von Dalila

Nun sind die ersten gemeinsamen Wochen im Verein vergangen und bisher konnte ich viele Eindrücke sammeln und die ersten Familien haben mein Vertrauen gewonnen. Um einen „normalen“ Tag in der Corona- Zeit sich vorzustellen, muss ich einiges erklären.

Wir fangen um 15:30 Uhr an, da die meisten Kinder aus der Schule nach Hause kommen und ggf. ihren Eltern bei Sprachschwierigkeiten helfen. Zuerst besprechen wir uns in unserer Gruppe, meistens besteht diese aus 3-4 Ehrenamtlichen und der Vorsitzenden/Organisatorin dieser Treffen vor dem Haupteingang der Unterkunft. Da wir in der Corona-Zeit nur begrenzt Zugang zu Räumlichkeiten haben, treffen wir uns 1x der Woche in der Flüchtlingsunterkunft, um von Tür zur Tür zu gehen.

Unsere Gruppe besteht zurzeit aus drei arabisch/kurdisch-sprachigen Helfer*innen und mir (Farsi). In der ersten halben Stunde besprechen wir, welche Formulare unterschrieben und ausgefüllt werden müssen und wer wann einen Arzt bzw. wichtigen Termin hat (kleines Briefing). Im Durchschnitt verbringen wir 1-2 Stunden in der Unterkunft und teilen uns nach Sprachkenntnissen auf.

Neben meinen Aufgaben als „Übersetzerin“ begleite ich die Familien auch zur Trauma-Therapie oder zu Kinderarztbesuchen.

Da die Tage immer kälter werden, haben wir 1x die Woche ein kleines Café in der Nähe der Unterkunft gebucht, wo die Geflüchteten mit Termin unsere Hilfe in Anspruch nehmen können. Von Hausaufgabenbetreuung bis hin zur Erstellung von Email-Postfächern.

Anfangs habe ich die Möglichkeiten hier zur helfen als Chance gesehen, meinen Beitrag zur Gesellschaft zur leisten, der mir solange gefehlt hat. Doch jetzt kann ich mir gar nicht vorstellen, nicht weiter Teil dieses großartigen Projektes zu sein. Die Erfahrungen, die ich hier tagtäglich sammeln darf, bieten mir einen enormen Mehrwert, den ich davor nicht sehen konnte bzw. wollte.